Training mit Therabändern

Therabänder sind aus der Rehabilitation kaum wegzudenken: Sie begleiten Patientinnen und Patienten auf ihrem Weg zurück zu mehr Kraft, Stabilität und Beweglichkeit. Gleichzeitig sind sie ein gutes Trainingstool für den Alltag: einfach anzuwenden, vielseitig und überall einsetzbar.

Therabänder ermöglichen ein effektives Training nahezu aller Muskelgruppen und kommen daher nicht nur als Aufwärmtraining beim Sport oder im Alltag zum Einsatz, sondern auch in der Rehabilitation. Ob nach einer Operation, bei chronischen Beschwerden oder einfach, um beweglich und stabil zu bleiben: Die elastischen Bänder sind ein bewährtes Hilfsmittel, das in den Kliniken der Klinikgruppe Valens täglich eingesetzt wird. «Gerade in der frühen Mobilisationsphase sind Therabänder eine sehr gute Option», erklärt Christian Czapracki, Bereichsleiter Therapien in der Ambulanten Rehaklinik Triemli Zürich. «Sie helfen, die Muskulatur zu aktivieren und den Körper wieder kontrolliert an Belastung heranzuführen.»

Viele Trainingsmöglichkeiten, aber auch klare Grenzen

Viele Patientinnen und Patienten starten ihre Rehabilitation mit eingeschränkter Kraft, verminderter Beweglichkeit oder einem unsicheren Körpergefühl. Genau hier können Therabänder als ergänzendes Tool von Vorteil sein. Der Widerstand ist variabel, die Übungen lassen sich individuell anpassen und die Gelenke werden geschont. Ein weiteres Plus ist, dass sich Therabänder problemlos in den Alltag integrieren lassen – und das macht speziell in der ambulanten Rehabilitation Sinn. «Es ist hilfreich, den Patientinnen und Patienten etwas in die Hand zu geben, mit dem sie auch zu Hause weitertrainieren können», sagt Christian Czapracki.

So bleibt Bewegung nicht auf die Therapie beschränkt, sondern wird Teil des täglichen Lebens. Mit Therabändern lassen sich Muskeln mobilisieren, stabilisieren und kräftigen. Sie fördern Koordination, Balance sowie Körperwahrnehmung und helfen, muskuläre Dysbalancen auszugleichen. Besonders kleinere, gelenknahe Muskelgruppen profitieren davon. Wichtig ist jedoch, dass man sich beim Training steigert – ansonsten bleibt der Effekt begrenzt. Man sollte also die Widerstandsstärke nach und nach anpassen: von leicht (gelbes Band) über zwei mittlere Stufen (rot und grün) bis zu stark (blau). Auch kann der Widerstand erhöht werden, wenn man das Band kürzer fasst.

Allerdings müsse betont werden, so Czapracki: «Wer langfristig Muskeln aufbauen möchte, stösst irgendwann an Grenzen. Ab einem gewissen Trainingsniveau braucht es zusätzliche Reize, etwa durch Gewichte oder andere Trainingsformen.»

So trainieren Sie mit dem Theraband richtig

Therabänder brauchen kaum Platz, können überallhin mitgenommen werden und eignen sich für Menschen jeden Alters. Bei älteren Personen steht oft
nicht der Muskelaufbau im Vordergrund, sondern der Erhalt von Kraft, Beweglichkeit und Stabilität. Auch Haltung, Koordination und Gleichgewicht lassen
sich gezielt trainieren – wichtige Faktoren, um Stürzen vorzubeugen und die Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten. Dank ihres sanften, kontrollierten Widerstands sind Therabänder besonders gelenkschonend.

«Beim Training mit Gewichten kann man sich schnell überfordern», erklärt der Therapeut. «Bei Therabändern lässt sich die Belastung hingegen einfacher regulieren.» Damit das Training mit Therabändern wirksam ist, spielt die korrekte Ausführung eine zentrale Rolle. Die Bewegungen sollten langsam und kontrolliert erfolgen. Schnelle, ruckartige Übungen bringen weder Kraft noch Stabilität. Am besten trainiert man vor dem Spiegel, denn so lässt sich die Körperhaltung gut überprüfen. Als grober Richtwert gelten sechs bis zwölf Wiederholungen pro Übung, jeweils in drei Durchgängen.

Entscheidend ist jedoch das eigene Körpergefühl. Was zu leicht ist, darf gesteigert werden. Was zu anstrengend ist, sollte angepasst werden. In der Rehabilitation erhalten Patientinnen und Patienten deshalb eine sorgfältige Anleitung. «Man sollte wissen, welche Bewegung welche Muskelgruppe anspricht», betont Czapracki.

Kurz & knapp

Was ist ein Theraband?

  • Der Begriff Theraband setzt sich aus den englischen Wörtern therapy (Therapie) und band (Band) zusammen.
  • Ursprünglich wurden die elastischen Bänder in der Physiotherapie eingesetzt, um Muskeln gezielt und gelenkschonend zu trainieren.
  • Heute sind sie auch im Sport weit verbreitet – nicht zuletzt wegen ihrer Vielseitigkeit und einfachen Handhabung.

Theraband oder Loop: Wo liegt der Unterschied?

  • Klassische Therabänder sind lange, gerade Bänder, die flexibel gehalten oder befestigt werden können. Sie eignen sich besonders für ein vielseitiges Ganzkörpertraining und für Übungen mit grossem Bewegungsradius. In der Rehabilitation der Klinikgruppe Valens wird vorwiegend mit diesen klassischen Therabändern gearbeitet.
  • Loops sind geschlossene, kürzere Bänder in Ringform. Sie werden häufig für einfache Kräftigungs- und Stabilisationsübungen eingesetzt und sind besonders handlich. Als praktischer Begleiter für zu Hause oder unterwegs eignen sie sich gut, um Bewegung in den Alltag zu integrieren.

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